Wir müssen uns verändern und Dinge müssen sich ändern und nichts wird morgen so sein wie heute, selbst wenn wir uns daran zu klammern versuchen. Plötzlich denke ich an eine alte, gute Freundin, von dessen Leben ich nun kaum etwas weiß, an mein Lieblingscafé und meinen Lieblingsplatz darin, auf dem ich schon lange nicht mehr sitze, an Straßen, auf denen ich früher täglich ging und nun immer mehr in den Erinnerungen verblassen. Mein Leben geht trotzdem weiter und viele Jahre später werden noch mehr Freunde, Cafés und Straßen in Vergessenheit geraten. Als wenn eine Regel es so vorschreibt und wir uns daran halten müssten. Wir vergessen Menschen und Zeiten, für die wir früher einmal gelebt und geliebt haben. 

Einmal erzählte mir jemand von einer seiner alten Beziehungen, an die er heute noch manchmal denkt, weil sie so besonders war und seine Meinung über Frauen grundlegend ändern konnte. Noch nie zuvor hatte er so viel für eine Person empfunden: das erste Mal jemanden abholen, das erste Mal jemanden im Regen zu begleiten, das erste Mal Essen für jemanden nach Hause bringen. Alles erste Male, die eine bedingungslose Liebe ausmachten, die einfach so im Urlaub anfing und sein Leben in eine andere Richtung hätte lenken können. Und in dem Moment, als ich von seiner Geschichte hörte, ertappte ich mich dabei, wie ich mir innerlich wünsche, auch jemand Besonderes für eine Person sein zu dürfen. Jemand, an den man sein ganzes Leben lang zurück erinnern wird. Ich möchte nicht normal und nett sein, sondern mehr. Meinen Namen in der Geschichte (einer Person) verewigen. Quasi. 

Wir möchten immer die große Liebe von jemandem sein. Und obwohl mir wirklich bewusst ist, wie schwachsinnig diese Idee eigentlich ist, komme ich nicht davon hinweg. Wieso können wir nicht einfach das Beste aus uns machen, für uns selbst? Warum möchte ich hübsch, interessant und intelligent sein - für ihn? Eines Tages werden wir uns mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso fremd und der Chat von früher wird mein Herz nicht mehr höher schlagen lassen können. Ich sehne mich ein bisschen danach, wenn ich dich ganz normal behandeln kann, ohne dass mir das Blut ins Gesicht schießt, wenn ich ganz locker mit dir sprechen werde, ohne dass meine Stimme zittert. 

Ich will nicht schwach werden, keine weiche Knien bekommen. Ich will doch nur besonders sein. 

3 Kommentare

  1. du schreibst so schön immer und deine Texte sind so wahr :)

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  2. Bitte reagiere auf meine mail bzw die FB Nachricht die Du ja auch gelesen hast (Daten löschen)...auf Deiner FB Seite habe ich Dich auch schon markiert...eine Reaktion wäre schön!

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  3. Der Text ist so unglaublich schön geschrieben! :)

    Liebe Grüße
    Isa

    iisabelsophie.blogspot.de

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