Da bestelle ich mir eine große Pommes bei Mc Donald's und suche mir einen Platz am Fenster. Draußen wird es allmählich immer dunkler und die Straßenlaternen leuchten sanft. Lichtwolken ummanteln den Schimmer und blenden sich in die Umgebung, der Fernsehturm streckt sich stolz und spitz in den Himmel, dort oben blinkt ein rotes Licht, regelmäßig wie mein Herzschlag. Ruhiger als mein Herzschlag.

Denn mein Herz rast. Es schlägt laut und tobend, um die Ruhe um mich herum einzudämmen. Kennst du das, wenn man sich mitten in einem vollen Zug so einsam fühlt, dass man sein Gesicht in das Smartphone begraben muss, um der Umgebung zu entfliehen. Wenn man gar nicht weiß, wohin mit dem Herzen. Zu wem mit dem Wirrwarr in seinem Kopf. Genauso fühle ich mich heute mitten in dieser Mc Donald's Filiale an diesem späten Abend. Menschen kommen und gehen und nicken und lächeln einander zu und ich spreche mit meinem Snapchat. Weil nur das sich real anfühlt.

Meine Nachricht an dich bleibt im Raum stehen und ich nippe an meinem Kaffee, den ich um 10 Uhr abends eigentlich nicht mehr trinken sollte, und warte ungeduldig. Ich weiß nicht, was du gerade machst, wo du gerade steckst, mit wem du dich gerade vergnügst und eigentlich interessiert mich dein Leben nicht. Aber ich warte dennoch. Vielleicht werde ich dir eines Tages erzählen, wie du mich heute um den Verstand gebracht hast. Obwohl du nichts tast. Meine Nachricht an dich erhält noch Stunden später keine Antwort und ich merke plötzlich, dass wir wieder Fremde geworden sind. Einfach so ohne Vorbereitung. Keine Erklärung schuldig. Du bist mir nur so über den Weg gelaufen, hast dich kurz hingesetzt und dich mit mir unterhalten und ich habe dir so vieles erzählt. Manches laut, vieles zwischen den Zeilen. Das meiste nachts im Traum. Aber ja, Worte eben, was leer ist, ist immer noch leer. 

Irgendwann stehe ich auf und entscheide mich gegen eine weitere große Pommes, bevor ich mich auf den Weg nach Hause mache. Berlin ist heute kühl und während ich den Mantel ein bisschen enger an meinen Körper ziehe, dachte ich an uns. Jeder hat eine Geschichte mit in seinem Gepäck und ich hätte gerne mehr von deiner gehört, aber vielleicht gehört sich das so. Klammern lassen sich lösen. Das weiß ich selbst zu gut. 

Es gibt Menschen, die kommen und gehen und lächeln mir zu. Einer davon warst du. 

// Für SH. 

8 Kommentare

  1. Oh wow, dein Text hat mich grade irgendwie so traurig gemacht. Am liebsten würde ich dich jetzt ganz fest drücken! ;)

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  2. Oh krass, ich habe echt Gänsehaut beim Lesen bekommen! Fühl' dich gedrückt, Chi ♥

    Liebe Grüße ♥
    http://hang-tmlss.de

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  3. ach chi :((( Umarmungen aus der ferne

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  4. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll außer: wunderschön geschrieben! ❤️

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  5. Was ist denn passiert?!
    Du warst doch jahrelang vergeben :(
    Ich drücke dich 💓

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  6. Was ist denn passiert?!
    Du warst doch jahrelang vergeben :(
    Ich drücke dich 💓

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  7. jedes mal denke ich WOW. wie kann man nur so schön schreiben?
    Gefühle, die ich selbst nicht in Worten fassen könnte.
    Fühle dich dreimal gedrückt <3

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  8. das hast du so unglaublich schön geschrieben

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