Der Winter kommt zu früh. Noch sind da überall rote und gelbe Bäume, die Straßen strahlen solch eine Wärme aus, die Blätter reflektieren das Licht der Sonnenstrahlen unbekümmert und so stolz, dass ich jedes Mal hypnotisiert werde. Der Weg in die Uni fühlt sich an wie der Gang durch den Königsgarten, der goldene Teppich scheint wie für mich allein ausgerollt worden zu sein.

Der Winter kommt zu früh, zieh' mich näher an dich ran. Ja, noch näher, bitte. Leg' deine Arme um mich, puste Wärme in meine Ohren, sie fangen schon an zu schmerzen. Schau' mich an und sag' nichts. Lächele. Es ist so kalt, ich spüre dich nicht. Drücke mich an dich und sag' nichts. Sei einfach da, einfach bei mir. Geh' nicht. Nie. Es ist so kalt, meine Finger fühlen nichts. Wärm' mich auf, bring' mich zum Schmelzen. 

Manchmal habe ich Angst, dass du eines Tages einfach verschwinden könntest. Dass ich aufwache und dein Kleiderschrank geräumt ist, die Küche sauber geputzt, dein iPhone-Auflader nicht mehr über meinem Kopf. Ja, ich würde überall jammern, dass nun niemand mehr da ist, der für mich kocht, mit mir Filme guckt, von mir Bilder macht. Und ich weiß, dass es Leute gibt, die mich so ganz schnell als dumme, arrogante, dich ausnutzende Freundin abstempeln würde. Wie sie es bereits einmal taten, ohne sich je zu fragen, ob sie selbst nicht vielleicht zu einfältig waren, um den Schmerz dahinter zu sehen. Ich hielt sie für denkfaul und desinteressiert, heute weiß ich, dass tatsächlich beides zutraf. Und minderbemittelt, aber dafür können sie ja nichts.

Der Winter kommt zu früh und ich hasse diese drei unerträglich kalten Monate. Ich werde schlecht gelaunt sein, Schnupfen bekommen. Ich werde mich bestimmt hier und dort mit dir streiten. Und dir vielleicht sogar sagen, dass ich nicht an uns glaube, dich nicht brauche. Sachen durch die Wohnung schmeißen, mein Zimmer abschließen, die Türen zuknallen. Heulen, schreien, schimpfen. Der Winter kommt jedes Jahr, wie du weißt, und auch sonst gibt es im Laufe der 365 Tage andere kühle Winde, mit denen ich mich nicht gut verstehe. Dann hat die deutsche Sprache plötzlich einige weitere Synonyme, die außer ich keiner verstehen wird. Ich werde dich vermutlich dazu drängen, die Wohnung zu verlassen. Was übersetzt eigentlich nur heißt: Mir ist kalt, nimm mich in deinen Arm. Sei einfach da, einfach bei mir. Geh' nicht. Nie. 

/ Für M. 

5 Kommentare

  1. ohhhh ja der winter kommt viel zu früh....3-4 monate kälte und dunkelheit :( ich hoffe trotzdem auf viele sonnenstunden und wneig schnee...

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  2. Das hast du so wundervoll geschrieben!

    Ich liebe den Herbst, aber wenn ich an die dunklen und kalten Wintertage denke...
    Was ich an solchen Tagen jedoch soo unheimlich gerne mag, ist, mich mit meinem Tee in mein Bett zu kuscheln zu können und zu wissen, es gibt immer einen Ort, an dem es warm ist...

    Liebst
    Madame extraordinaire

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  4. So so schöner Text, Chi :) Ich konnte mich in jeder Zeile wiederfinden - obwohl... Manchmal mag ich den Winter doch sehr :D Aber man merkt, dass die Worte aus deinem Herzen kommen ♥

    Auch wenn ich eine stille Leserin bin, ich lese super gerne deine Posts :) Wollte ich dir nur mal sagen!

    Liebe Grüße ♥
    http://hang-tmlss.de

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