In den letzten Wochen war ich keine vorbildliche Bloggerin, denn irgendwie war das echte Leben auf einmal so super spannend und aufregend und vor allem zeitintensiv, dass ich alles, was auch nur irgendwie mit dem Blog zusammenhängt, gemieden habe, zeitweise sogar meine Lieblingsapp Instagram. Es war plötzlich herrlich beruhigend, mal ein wenig von dem Hobby Abstand zu nehmen, das ich mir irgendwann als Nebenjob aufgezwungen habe. Dreimal die Woche posten, ein Sonntagspost, dazwischen noch Bilder machen, extra aufwendig schminken, den Freund überreden, für zehn Minuten etwas abzulichten - das alles bedeutet viel. viel Arbeit. Doch Disziplin war noch nie meine Stärke. Und eigentlich ist das auch gut so, stelle ich heute fest, denn nur so bin ich normal blieben, auf dem Boden der Tatsachen, denn so nur bin ich nach wie vor das Mädchen von neben an, keine High-End-Produkte, keine perfekte Figur, kaputte Haare. Ich zwinge mich nie zu einem Bloggerevent, damit ich zielorientiert Kontakte mit bekannten Gesichtern knüpfen kann, in der Hoffnung, dass sie ein Selfie mit mir auf Instagram posten (viele tun es, glaubt mir ruhig). Nach wie vor freue ich mich über jeden einzelnen Leser, der dazu kommt, und mit der Zeit lerne ich, so gut wie alle Kooperationen abzulehnen, damit mein Blog nicht zu einem Ramschmarkt wird. Übrigens danke an all die lieben Kommentare, die mich kritiesieren, wenn ab und an mal zu viel Werbung zu sehen ist, ihr helft mir damit wirklich unheimlich viel. Die Balance finden, nicht einfach nur möglichst viel Geld abzustauben, nicht zu viel von sich selbst aufzugeben, die suche ich jeden Tag. Aufs Neue. 

Denn manchmal gibt es tatsächlich Momente, wo ich dezent das Gefühl bekomme, mir selbst nicht mehr treu zu sein. Nämlich wenn ich mich dabei ertappe, gleich drei Selfies hintereinander zu posten, weil sie eben die meisten Likes bringen. Wenn ich Onlineshops durchstöbere und darüber nachdenke, was gerade gehypt wird und vielen Leuten gefallen könnte. Wenn ich extra Schmuck trage, um meine Outfits für Bilder aufzuwerten. Das alles ist in Zeiten des Internets komplizierter geworden, denn mehr oder minder werden uns Trends diktiert und bei den meisten macht man früher oder später mit. Meist weigere ich mich, mit der Welle mitzuschwimmen, aus Stolz, aus dem Bedürfnis, einzigartig zu sein. Meine Wohnung besteht noch nicht zu 50 Prozent aus Kupfer und Mamor und mein Zimmer ist nie pinterest-würdig. Ich poste auf Instagram mittlerweile bewusst vieles, das nicht unbedingt viele Likes kriegt und wodurch sogar Follower verschwinden. Weil ich es bis zu einem bestimmten Maße die virsuelle Perfektion satt habe. Sie setzt mich schlichtweg unter Druck, ebenso perfekt sein zu wollen. Aber Ecken und Kanten, daraus bestehe ich, und Charme kommt weder durch weiße Hintergründe noch elegant drapierte Blumen.

Gedanken, die ich so noch nie auf dem Blog geäußert habe und mich womöglich in euren Augen unsympathisch machen. Vielleicht fühlen sich sogar einige Bloggerfreundinnen angesprochen, deswegen an der Stelle die Anmerkung, dass ich ausschließlich für mich persönlich spreche und gar nicht auf Verallgemeinerungen aus bin. Weit mehr als die Optik schätze ich die Persönlichkeit hinter jedem Schnappschuss, jeder Zeile, den Charakter eben. Denn ich erinnere mich noch haargenau, wie ich wie eine Irre durch mein Zimmer getanzt habe, als ich heraus fand, dass Jana meinen Blog vor Jahren auf ihrem privaten Facebook Account geteilt hat. Es hat einen Grund, weshalb sie seitdem meine Lieblingsbloggerin geblieben ist, obwohl wir von Typ her nicht wirklich zueinander passen (sie ist zu cool haha :D). Zwar ist mein Blogroll mittlerweile ziemlich weit unten, aber die Blogs suche ich nicht nach den Statistiken aus, deshalb seid ihr herzlichst eingeladen, eure Blog URLs zu hinterlassen, ich klicke mich gerne durch... :)

Weil der Post sowieso kein geradliniges Thema hat und ich einfach nur so vor mich hin geplappert habe, weiß ich auch nicht, wie ich ihn zusammenfassen und beenden kann. Deshalb bedanke ich mich, dass ihr überhaupt bis hierhin gelesen habt, habt einen unperfekt perfekten Sonntag, wir lesen uns bald wieder. Bis dahin ♥.

14 Kommentare

  1. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich mag diese perfekt inszenierten Bilder nicht gern anschauen und versuche auch, dass meine Bilder möglich ästhetisch rüberkommen. Trotzdem mag ich auch gerne Schnappschüsse sehen, vor allem bei Instagram.
    Ich finde es gut, dass du diese ehrlichen Worte findest und sagst was deine Beweggründe sind. Das muss ja nicht gleich für jeden gelten, sondern halt nur für dich.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Bella

    http://kessebolleblog.blogspot.de

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  2. Das ist ein sehr schöner Post. Du sprichst mir quasi aus der Seele ! :))

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  3. Ach Chi, ich finde dich nicht unsympathisch in diesem Post, sondern im Gegenteil sehr sympathisch!
    Es ist auch nicht unbedingt so, dass ich deinen Kleidungsstil so nachtragen könnte, obwohl ich dein buntes Kleid mit dem pinken Cardigan letztens richtig prima fand. Ich lese deinen Blog wegen deinen Bildern und weil ich einfach deine Texte liebe.
    Mach weiter so :)
    Liebe Grüße
    Ruth
    www.strawberrypie.de (wenn du schon dazu einlädst, normalerweise poste ich meine URL nicht^^ wenn jemand meinen Kommentar mag, wird er oder sie schon von selbst auf die Idee kommen, mich anzuklicken) :)

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  4. Oh Chi ich finde den Text super und dich dadurch noch sympathischer! Hoffe du bleibst dir immer treu und kannst das gut mit dem Blog vereinen, mag dich und ihn nämlich sehr!

    Liebe Grüße und ebenfalls tollen Sonntag dir!
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  5. Ich habe vorhin auch Janas neuen Blogpost gelesen und bin echt begeistert von euren beiden Beiträgen. Hinter einem Blog steht immer ein (ganz normaler) Mensch und ich finde es toll, dass ihr darüber offen sprecht. Viele Blogs lese ich mittlerweile schon gar nicht mehr, weil mich diese scheinheilige Perfektion einfach langweilt - klar, ist das alles schön anzusehen, aber wenn keine Persönlichkeit und keine Echtheit dahinter steckt, bleibt es bei mir nicht hängen. Ich brauche Abwechslung, eine Mischung aus beidem - und deswegen mag ich Blogs wie deinen sooo viel lieber :) Setz dich nicht so sehr unter Druck, in diesem ganzen Beliebtheits-"Trend" mithalten zu müssen - gegen den Strom zu schwimmen ist in mancherlei Hinsicht so viel interessanter, wenn auch anstrengender. Sich selbst treu zu bleiben ist (denke ich) deutlich mehr wert als die paar tausend "Fake-Leser", die nur Bilder liken und Posts kommentieren, wo ein fettes, teures Markenlogo oder Ähnliches drauf zu sehen ist.

    Ich weiß auch nicht, was ich dir eigentlich damit sagen will.. Mach einfach weiter so wie bisher, zeig uns das, was du interessant findest, und lass uns an deiner Persönlichkeit teilhaben. Allein die Tatsache, dass ich jetzt bei diesem Post kommentiere (wo ich mich sonst fast nie zu Wort melde), zeigt, dass es genug Menschen gibt, die sich auch für die echte Person dahinter interessieren :)

    Liebe Grüße
    Annelie

    http://blog.borealistic.com/

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  6. Du hast so Recht! Ich finde es ebenso wahnsinnig schade, was teilweise aus dem Bloggen geworden ist, wenn man nicht aufpasst. Man muss mittlerweile echt acht geben, nicht in diesen Perfektionswahn zu rutschen. Manchmal scrolle ich durch mein Instagramprofil und ertappe mich dabei, zu denken, dieses und jenes hätte ich nicht posten sollen weil es das Gesamtbild zerstört oder was auch immer - aber das ist so ein Quatsch, das ist doch die Persönlichkeit die ich meinem Profil gebe und wenn ich in dem Moment dachte dass ich das posten möchte, dann ist das so. Wenn ich "erfolgreicher" werde, dann möchte ich dass es in einem Prozess passiert, bei dem ich mir selbst treu bleibe und die Leser kommen, weil sie mich und meinen Blog toll finden. Nicht andersherum, dass ich mich verstelle und das darstelle was man sehen will, damit man mich mag. Das verfehlt doch irgendwie den Sinn eines persönlichen Blogs im Internet..

    Wie auch immer, true Story und mach weiter so! :)
    Vivien

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  7. Ich bin normalerweise nur stille Leserin, aber dieser Post macht dich sehr sehr sympatisch - das wollte ich dir mal gesagt haben!

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  8. Ich finde deine Gedanken hier haben bestimmt auch mehr blogger gehabt.
    Zumindest war es bei mir der Fall. Ich finde man sollte den Gründen treu bleiben, die man am Anfang hatte, als man den Blog gestartet hat.
    Es kann schnell dazukommen, dass man den Überblick verliert und plötzlich versucht etwas zu machen nur um "erfolgreich zu sein".
    Das war bei mir auch der Fall, doch bin ich wieder zur Vernunft gekommen, ich will mich nicht verstellen um "angesagter" zu sein.
    Individualismus und Charakter finde ich im Endeffekt sympathischer als Perfektion.

    Liebst Thao
    http://everyredrosehasitsthorn.blogspot.com

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  9. Ach Chi, ich kann deinen Beitrag übrigens so unterschreiben dass ich ihn heute in meinem Sonntagspost geteilt habe, ich hoffe, das ist in Ordnung?
    http://www.absolute-brightside.de/2015/03/sumday-2015-week-11.html

    Liebe Grüße! :)

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  10. Deine `Unperfektheit´ ist das, was ich so sympatisch finde! Deine, wie du behauptest, nicht supermodelmäßige Figur und das du irgendwie anders bist. Als ich den Post gelesen habe, habe ich gemerkt, dass ich auch immer versuche so Fotos zu machen wie berühmte Blogger, super belichtet, usw. einfach versuchen es perfekt zu machen und unsere Welt wird auch bei Instagram immer oberflächlicher und scheinend perfekt!
    Liebe Grüße
    Verena #perfectyincomplete

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  11. Liebe Chi, dieser Post macht dich alles andere als unsympathisch :) Man merkt, dass du das alles ehrlich meinst und auch so fühlst. Es ist wirklich schwer, für alle Blogger und nicht Blogger, mit der Zeit geworden. Alles muss perfekt sein, Figur, Look, Haus, Zimmer, Freunde usw. Eine kleine Unebenheit bringt hakt nicht viele Likes oder Klicks. Aber ich bin so froh, dass es noch Menschen wie dich gibt :) Einfach das zeigen was sie wirklich mögen, auch wenn es nicht rosegold ist :D
    Liebe Grüße ♥

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  12. Perfekte Worte hast du da gefunden!!! Mir geht es auch richtig oft so :) und mit deinem Zitat/Posttitel triffst du es auf den Zahn! Macht dich mir direkt noch viel mehr sympathischr :)

    Liebste Grüße ♥ Joana
    TheBlondeLion

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  13. Perfekte Worte hast du da gefunden!!! Mir geht es auch richtig oft so :) und mit deinem Zitat/Posttitel triffst du es auf den Zahn! Macht dich mir direkt noch viel mehr sympathischr :)

    Liebste Grüße ♥ Joana
    TheBlondeLion

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  14. Sehr gut geschrieben,- ich kann es voll und ganz verstehen. - Da back ich abends noch einen leckeren Kuchen, - so richtig lecker und am liebsten möchte ich denen Teilen - und natürlich ist es viel zu dunkel, weil ist ja auch abends. "Rolling Eyes". Der eigene Anspruch - der Perfektionismus, erschwert mir das Teilen, Mitteilen und manchmal auch die Leichtigkeit mit der ich noch am Anfang startete. -
    Schön, dass Du dich auf diese Weise mitgeteilt hast! Happy Sunday... Kaja

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